Missverständnis Innovation

Missverständnis Innovation

Björn Ole Neumann 2 Min. Lesezeit Innovation

In vielen Unternehmen wird Innovation als etwas Positives beschrieben.
Kreativität, Fortschritt, neue Ideen.
Es wird von Innovationskultur gesprochen, von Mut, von Aufbruch.

Die Erwartung:
Wenn man Innovation fördert, entstehen umgehend bessere Lösungen.

Doch genau so funktioniert Innovation nicht.
Im Alltag zeigt sich ein anderes Bild:

  • Ideen scheitern, weil sie nicht funktionieren.

  • Ansätze werden verworfen, weil sie nicht tragen.

  • Hypothesen erweisen sich als falsch.

  • Versuche führen ins Leere.


Das ist KEIN Problem. Es ist Voraussetzung.

Der Denkfehler liegt in der Annahme, Innovation sei das Ergebnis guter Ideen.
Als müsse man nur kreativ genug sein, um zu neuen Lösungen zu kommen.

Tatsächlich entsteht Innovation durch das, was nicht funktioniert.

Innovation ist nur das, wofür es genügend Kunden gibt, die bereit sind, mehr zu zahlen, als die Herstellung kostet.
Ohne Markt, ohne Kunden, ohne Lernumgebung – keine Innovation.

Jede funktionierende Lösung steht am Ende einer Reihe von Fehlannahmen, Fehlversuchen und Korrekturen.
Was bleibt, ist nicht die Idee, sondern das, was sich als tragfähig erwiesen hat.
Wer Innovation will, muss akzeptieren, dass der größte Teil der Arbeit nicht funktioniert.

Das müssen die beteiligten Personen aushalten können – und dürfen.
Dafür braucht es einen Schutzraum und Rückendeckung durch Führung.

Organisationen tun sich genau damit schwer:

  • Sie wollen Innovation – aber keine Niederlagen.

  • Sie wollen Fortschritt – aber keine Unsicherheit.

  • Das funktioniert nicht.

Innovation ist nicht die perfekte Orchestrierung kreativer Fortschrittsideen.

Sie ist das letzte Glied einer langen Kette von Niederlagen.