In vielen Unternehmen wird Organisationsentwicklung als planbarer Prozess verstanden.
Spätestens, wenn Gewinne unter Druck geraten und Preise sich nicht erhöhen lassen, werden Programme aufgesetzt, Initiativen gestartet, Maßnahmen definiert.
Organisationen sollen gezielt weiterentwickelt werden – strukturiert, gesteuert, möglichst effizient.
Wenn nur die richtigen Maßnahmen umgesetzt werden, verändert sich die Organisation in eine beabsichtigte Richtung. So die Erwartung.
Doch genau das passiert oft nicht. Im Alltag läuft es anders:
Neue Strukturen werden eingeführt, sorgen aber nicht für Besserung
Prozesse werden angepasst, trotzdem anders gelebt
Veränderungsinitiativen werden gestartet, versanden aber nach kurzer Zeit
Die Organisation leidet weiter unter der neuen Markt-Dynamik
Der Denkfehler liegt in der Annahme, Organisationen ließen sich, abgekoppelt von der Außenwelt, von innen heraus gezielt verändern.
Was folgt, sind Programme, die die Veränderung steuern sollen, aber kaum Wirkung erzielen.
Bei innovativen Überraschungen, für die es noch keine Lösung gibt, versagt die Steuerung.
Das endet oft in hoffnungslosen Versuchen die Steuerung zu reparieren. Obwohl gar nichts kaputt ist.
Organisationen sind keine isolierten technischen Systeme. Sie sind soziale Systeme, strukturell gekoppelt an ihre hochdynamische Umgebung.
Organisationen entwickeln sich deshalb nicht durch Programme.
Sie entwickeln sich durch das, was Menschen täglich tun: Ideen und Lösungen für Kunden- und Konkurrenzprobleme zu finden und umzusetzen.
Führung bedeutet in diesem Kontext nicht, Maßnahmenkataloge zu entwickeln.
Führung bedeutet, Bedingungen zu schaffen, unter denen Beteiligung gewollt und möglich ist.
Das funktioniert durch Ansehen. Nicht durch Ansagen.
Organisationen lassen sich nicht entwickeln.
Sie entwickeln sich.
Wenn Menschen ihre Talente und Fähigkeiten einsetzen...dürfen.